Rohstoffe und Produkte

Bei der Produktion von Produkten für den täglichen Bedarf wird eine grosse Mengen an Rohstoffen benötigt. Die steigende Nachfrage nach diesen Rohstoffen führt zu grossen ökologischen und sozialen Herausforderungen. Ein nachhaltiger Umgang mit den Rohstoffen und die Beachtung der Menschenrechte in der Wertschöpfungskette ist deshalb von zentraler Bedeutung, um die Rohstoffe auch langfristig nutzen zu können.

Fisch und Seafood

Der Konsum von Fisch und Schalentieren ist weltweit bedeutend gestiegen. Dadurch hat der Druck auf die Fischbestände stark zugenommen. Lidl Schweiz hat sich deshalb mit dem WWF auf ambitionierte Ziele im Fisch- und Schalentierbereich geeinigt.

Weltweit bedrohte Fischbestände

Der Druck auf die weltweiten Fischbestände und das marine Ökosystem ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Die Gründe sind vielseitig: Verschmutzung der Meere, erhöhter CO2-Austoss und die Klimaerwärmung, Überfischung von Fischbeständen und zerstörerische Fangpraktiken.

Lidl Schweiz mit ambitionierten Fischzielen

Um die Fischbestände künftig zu sichern, hat sich Lidl Schweiz gemeinsam mit dem WWF Schweiz besonders ambitionierte Ziele und Grundsätze gesetzt. Bedrohte Fischarten werden grundsätzlich nicht im Sortiment geführt. Zudem ist Lidl bemüht, gefährdete oder überfischte Bestände nicht im Sortiment zu listen (ausser zertifizierter Ware).

Gemeinsam mit dem WWF haben wir vereinbart, das gesamte dauerhaft gelistete Fisch- und Seafood- Eigenmarken- und Markensortiment bis Ende 2019 zu 100 % MSC, ASC oder Bio zertifiziert zu haben.

Kakao, Kaffee und Tee

Klimawandel, Preisunsicherheiten und Arbeitsbedingungen stellen Produzenten von Kaffee, Kakao und Tee vor grosse Herausforderungen. Um die Produktion langfristig zu sichern und der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, arbeitet Lidl mit Label-Organisationen zusammen und setzt sich ambitionierte Ziele

100% zertifiziert bis 2018
Gesamtes Eigenmarkensortiment
Kakaoanteil über 5%

100% zertifiziert bis 2019
Gesamtes Eigenmarkensortiment
Schwarz-, Grün-, Roibostee (nicht-EU)
Teeanteil über 5%

100% zertifiziert bis 2020
Gesamtes Eigenmarkensortiment
Kaffeeanteil über 5%

Schwierige Situation für Bauern

Der Anbau der drei landwirtschaftlichen Agrarrohstoffe Kakao, Kaffee und Tee findet hauptsächlich in Ländern entlang des Äquators in Asien, Afrika und Südamerika statt. Die Produzenten stehen dabei vor grossen Herausforderungen. Die weltweit steigende Nachfrage muss trotz vermehrten Ernteausfällen, verursacht durch Klimawandel, gedeckt werden. Die dadurch ausgelöste Preisvolatilität lässt das Einkommen der Bauern stark schwanken. Diese arbeiten bereits oft unter schlechten Arbeitsbedingungen, mangelnder Hygiene und fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten.

Lidl Schweiz setzt auf Labels

Label-Organisationen wie Fairtrade, UTZ oder Rainforest Alliance setzen sich dafür ein, dass bei der Produktion ökologische und soziale Standards eingehalten und die Produzenten für ihr Produkt gerecht entlöhnt werden. Lidl arbeitet deshalb mit diesen Label-Organisationen zusammen und bietet Produkte an, die nach deren Standards hergestellt wurden.

Mehr zu unserer Haltung bezüglich der Förderung von nachhaltigem Kakao, Kaffee und Tee in unserem Positionspapier

Palmöl

Hoher Ölertrag und gute Verarbeitungseigenschaften lassen die Nachfrage nach Palmöl in die Höhe schiessen. Die steigende Nachfrage führt besonders in den Anbauländern zu grossen ökologischen Problemen. Lidl hat sich deshalb gemeinsam mit WWF Schweiz ambitionierte Ziele gesetzt, um Palmöl aus nachhaltigen Quellen zu beziehen.

Gute Eigenschaften führen zu hoher Nachfrage

Im Vergleich zu anderen Ölpflanzen weist Palmöl zwei zentrale Eigenschaften auf, welche zu einer grossen Nachfrage führen. Einerseits verfügt Palmöl über einen hohen Ölertrag: pro Hektar können 3,7 Tonnen Palmöl produziert werden - das ist drei- bis fünfmal mehr als mit Raps-, Kokos- oder Sojaöl. Andererseits verfügt Palmöl über positive Eigenschaften zur Produktion von Lebensmitteln und Near-Food Produkten. So ist Palmöl sehr hitzebeständig und die Fettsäure weist Eigenschaften auf, die sich zur Produktion von Esswaren, Kosmetik oder Putzmitteln besonders gut eignen. Darüber hinaus wird Palmöl nicht schnell ranzig, was die Lebensmittel länger haltbar macht und damit zur Verringerung von Food Waste beiträgt.

Grosse ökologische und soziale Probleme

Um der grossen Nachfrage nach Palmöl gerecht zu werden, wird der Flächenbedarf immer grösser. Tropenwälder werden gerodet und Sumpflandschaften trocken gelegt. Dabei werden nicht nur wertvolle Lebensräume von Tieren, Pflanzen und der lokalen Bevölkerung zerstört, sondern auch und Konflikte um Landnutzungsrechte losgetreten. Durch die Rodung und Zerstörung von torfreichen Sumpflandschaften werden zudem eine grosse Menge an gespeicherten Treibhausgasen freigesetzt.

RSPO oder Bio zertifiziertes Palmöl bei Lidl Schweiz

Aufgrund der genannten Problematiken setzt Lidl Schweiz bereits seit längerer Zeit auf die Nachhaltigkeitsstandards RSPO und Bio Suisse. Gemeinsam mit WWF Schweiz wurden dazu konkrete, ambitionierte Ziele vereinbart. Bis Ende 2018 streben wir bei unseren Food-Eigenmarken eine 100% - Umstellung auf Palm(kern-)öl an, das mindestens mit dem RSPO Standard Segregated oder Bio Suisse zertifiziert ist. Bei den Near-Food-Eigenmarken wollen wir bis Ende 2018 100% Palm(kern)öl einsetzen, das mindestens mit dem RSPO Standard Mass Balance oder Bio Suisse zertifiziert ist.

Holz und Papier

Die steigende Nachfrage nach Holz und Agrarfläche lässt global Waldflächen verschwinden. Wälder sind wichtige Lebensräume und wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes. Für Lidl ist deshalb die Beschaffung von Holz und Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Quellen ein zentrales Ziel.

Bedrohung des Waldes

Wälder sind ein wichtiger Bestandteil des globalen Ökosystems. Sie bieten Lebensräume, schützen Böden und leisten durch die Umwandlung von CO2 in Sauerstoff einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Wälder haben zudem einen hohen wirtschaftlichen Wert, beispielsweise durch ihren nahrhaften Boden oder zur Herstellung von Zellulose mit Holz. Raubbau sowie Umnutzung beispielsweise zum Anbau von landwirtschaftlichen Produkten wie Palmöl und Soja tragen zu einem starken Rückgang von weltweiten Waldflächen bei.

Zellulose aus zertifiziertem Anbau

Holz findet sich bei Lidl in vielen Produkten wie z.B. in Möbeln wieder sowie in Form von Zellulose in Papier, Verpackungen und Hygieneartikeln. Um Waldflächen zu erhalten, setzt Lidl auf Holz, welches aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Waldflächen stammt und die Label FSC, Blauer Engel oder Recycling tragen. Bei den Hygieneprodukten macht Lidl bereits vorwärts: Bis 2019 soll das gesamte Hygienesortiment (Toilettenpapier, Wischtücher, Tampons etc.) zertifiziert sein. Seit 2016 ist unser gesamtes Trockenhygienesortiment bereits zertifiziert.

Torf

Torf wird oft im Garten als fruchtbarer Bestandteil von Gartenerde verwendet. Der Abbau von Torf ist aber stark umwelt- und klimaschädlich: 8% des jährlichen weltweiten CO2-Austosses stammt von zerstörten Torfmooren. Lidl Schweiz stellt deshalb bis Ende 2019 den Verkauf von Sackerden mit Torfbestandteilen ein und bietet bereits heute torffreie Anbauerden an.

Torfmoore als CO2-Speicher

Moore sind sensible Ökosysteme mit einer hohen Biodiversität und speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem auf dieser Erde. Moore bestehen aus unvollständig zersetztem Pflanzenmaterial, welches sich unter Ausschluss von Sauerstoff über Jahrtausende ansammelt. So besteht ein Meter torfhaltiger Moorboden aus Pflanzenmaterial von etwa 1000 Jahren und beinhaltet bis zu 50-mal mehr Kohlenstoff als eine vergleichbare Fläche normalen Waldbodens.

Umwelt- und klimaschädigender Torfabbau

Durch die Zerstörung von Torfmooren gelangen jährlich über drei Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre – etwa 8 % des weltweiten jährlichen CO2-Austosses. Der Torfabbau, bei welchem Moore ausgetrocknet werden, setzt damit nicht nur eine grosse Menge an Treibhausgasen frei, sondern zerstört auch den Lebensraum einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Durch Austrocknen gelangt Sauerstoff an das Pflanzenmaterial, welches dann durch Mikroorganismen zersetzt wird. Der Kohlenstoff verbindet sich mit Sauerstoff und das so entstanden CO2 wird freigesetzt.

Lidl Schweiz: Kein Torf ab Ende 2019

Im Sommer 2017 unterzeichnete Lidl Schweiz eine Vereinbarung mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), bis Ende 2019 auf Torf in Sackerde zu verzichten. Lidl war bei der Entwicklung der Vereinbarung von Anfang an dabei und gehört gemeinsam mit Erdenproduzenten und anderen Handels- und Gartenbauunternehmen zu den Erstunterzeichnern.

Soja

Als eiweiss- und proteinreiche Pflanze stieg die Nachfrage nach Soja in den letzten Jahrzehnten massiv an, insbesondere als Tierfutter für die Fleischproduktion. Dafür wurden auf Kosten von sensiblen Ökosystemen riesige Flächen Ackerland geschaffen und Wälder gerodet. Als Mitglied im Sojanetzwerk Schweiz engagiert sich Lidl Schweiz für den Einsatz von nachhaltigem Futtersoja in der Schweiz.

Soja – die Wunderbohne

Soja gehört zu den ertragreichsten landwirtschaftlichen Produkten, finanziell und auf Nährwerte bezogen. Die Nachfrage nach Soja hat sich deshalb in den letzten 50 Jahren mehr als verzehnfacht. Da immer mehr Menschen Fleisch essen, wird die Nachfrage noch weiter steigen. Von der weltweiten Sojaproduktion wird etwa 75 % als Futtermittel in der Fleischindustrie eingesetzt, weniger als 10 % des proteinreichen Nahrungsmittels werden direkt von uns Menschen verzehrt. Der Rest wird in Kosmetikprodukten oder als Biodiesel eingesetzt.

Grosser Bedarf an Ackerfläche

Der Bedarf an Anbaufläche ist ebenfalls gestiegen. So hat sich die verwendete Ackerfläche auf etwa eine Million Quadratkilometer vergrössert. Dabei werden sensible Ökosysteme zurückgedrängt mit verheerenden Folgen für Klima und Umwelt. Abholzung von Wald reduziert die Fähigkeit, CO2 der Atomsphäre zu entziehen, Zugang zu sauberem Wasser wird eingeschränkt und Lebensräume von seltenen Tier- und Pflanzenarten werden zerstört.

Lidl Schweiz engagiert sich im Sojanetzwerk

Um den unkontrollierten Ausweitungen des steigenden Sojaanbaus entgegenzuwirken, haben sich Schweizer Soja-Verarbeiter, Fleischproduzenten und Detailhändler im Verein Sojanetzwerk Schweiz zusammengeschlossen. Lidl Schweiz ist ebenfalls Teil des Soja Netzwerks. Der Verein setzt sich für die Verwendung nachhaltig angebauten Sojas in der Schweiz ein – mit Erfolg: 2017 wurden in der Schweiz 99 % verantwortungsbewusst produziertes Soja eingesetzt.

Südfrüchte: Bananen, Ananas und Co.

Lidl importiert einige seiner Frischeprodukte aus Übersee. In den Produktionsländern bestehen grosse soziale und ökologische Herausforderungen, beispielsweise bei den Arbeitsbedingungen in den Plantagen oder bei dem Einsatz von Düngemitteln.

Deshalb bezieht Lidl Schweiz, wenn möglich, Produkte aus nachhaltig zertifiziertem Anbau. So sind bereits Bananen, Ananas und Melonen, sofern aus Übersee, Rainforest Alliance oder Fairtrade zertifiziert.

Textilien

Ein Grossteil unserer Bekleidung stammt aus asiatischen Produktionen. Bei der Herstellung von Bekleidung werden viele Chemikalien benötigt. In vielen Produktionsstätten herrschen zudem schlechte Arbeitsbedingungen und weitere grundlegende Menschenrechte werden missachtet. Lidl ergreift deshalb mehrere Massnahmen. Als Mitglied des Greenpeace Detox Commitment verpflichtet sich Lidl, auf den Einsatz und die Freisetzung der elf von Greenpeace als prioritär eingestuften Chemikaliengruppen in seiner Textilproduktion zu verzichten.

Greenpeace Detox Commitment

Lidl ist Teil des Detox Commitments einer Vereinbarung, welche von Greenpeace ins Leben gerufen wurde. Darin verpflichtet sich Lidl, bis 2020 im Herstellungsprozess seiner Eigenmarken-Textilien und -Schuhe auf den Einsatz und die Freisetzung der von Greenpeace definierten Chemikalien zu verzichten.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Lidl und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzen sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der Textilproduktion in Bangladesch ein. Konkret unterteilt sich die Zusammenarbeit in drei Projekte. In einem Projekt werden Trainings für Hersteller zu Sozial- und Umweltstandards finanziert. Ein zweites Projekt unterstützt eine kostenlose medizinische Versorgung für Fabrikarbeiter. Das dritte, innovative Projekt verbessert die Entlohnung von Fabrikarbeitern vor Ort.

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Veröffentlichung von Textillieferanten

Das Lidl Mutterhaus in Deutschland veröffentlichte Anfangs 2017 eine Liste von Hauptproduktionsstätten für das Textil- und Schuhsortiment, das auch bei Lidl Schweiz verkauft wird. Dadurch soll die Transparenz in der Lieferkette erhöht werden.

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